Meine Interpretation des ‚Mittelaltermessers‘

Eine Version eines einfachen Messers, dass man häufig als „Mittelaltermesser“ angeboten bekommt, besteht aus einer Klinge, die nahlos in einen gebogenen Griff übergeht.LederMEsser 1 (2)

Dabei gibt es viele Variationen in Klingenform und auch bei der Ausgestalung des Griffs ist vieles Möglich. Das Handling von Messern dieser Art finde ich nicht so schön, auch wenn mir die Einfachheit der Herstellung gut gefällt.

Deshalb hab ich mir mal zwei dieser Messer geschmiedet und versucht zwei Varianten davon mit Leder zu optimieren.

Der erste Versuch eines mittelalterlichen Klappmesser. Der Rohling hat eine knuffige Klinge bekommen und der Griff wurde möglichst Kreisrund am Ende ausgeschmiedet.

LederMEsser 2 (2)

 

In die kreisrunde Aussparung habe ich eine Lage Leder eingepasst. Diese habe ich dann mit zwei Seitenlagen vernäht. Die Mechanik ist noch etwas hakelig, aber das Messer lässt sich gut in der Hand halten.

Faltmesser 2 Faltmesser 1

 

Die zweite Variante ist mit einem Ledergriff ausgestattet und hat eine passende Scheide dazu bekommen.

Bin gespannt auf Eure Kommentare.

 

LederMEsser 1 (1) LederMEsser 2 (1) LederMEsser 3 (1)

Lederarbeiten im Sommer

die größte Lüge auf Mittelatermärkten ist bekanntlich der Ausspruch „Das mache ich im Winter“. Deswegen habe ich im Sommer einige meiner Projekte vorangetrieben.
Im Anschluss findet ihr ein paar Bilder von meinen Lederarbeiten. Vornehmlich Krüge und ein paar Utensilien um meinen Lageralltag vom Plastik zu befreien. Der Ersatz für den Waschbeutel hat noch eine kleine „Innentasche“ um Kleinkram aufzunehmen. Freue mich auf Eure Kommentare…

Neue Tasche für die Gegenwart

Tasche2Überwiegend sind meine Lederarbeiten fürs Mittelalterhobby und damit eher selten genutzt.
Das hier vorgestellte Stück habe ich als Einkaufs- und/oder Handtasche für die Gegenwart gedacht. Mit zwei Punzierungen verziert und mit Spanischer Flechtnaht zusammengefügt hat die Tasche in ihrer reduzierten Form doch zwei Hingucker bekommen.
Die Tragebügel sind für mehr Komfort über einen im Dampf gebogenen Rattanstab gearbeitet.
Als Leder kam vegetabil gegerbtes Rindsleder zum Einsatz. Der dunkle Farbton mit dem marmorierten Effekt ist mit mehreren, mit dem Lappen aufgetragenen Schichten Antikgel erreicht worden.
Bin gespannt, was Ihr zu dieser Tasche sagt.

Hier noch von der anderen Seite:
Bitte schaut Euch die Bilder in Originalgröße an, auf den Miniaturansichten sieht man die Details der Punzierungen kaum…
Tasche1

Toking in der Werkstatt

Bei meiner Suche nach Anleitungen zum Arbeiten mit Leder habe ich wenig bis gar keine Anleitungen in deutscher Sprache gefunden.

Mit diesem Blog und dem dazugehörigen YouTube-Channel möchte ich in Beitrag für Beitrag und Film für Film die Lücke schließen.

Doch vorab mal ein Blick auf die Art von Lederarbeiten, die ich in diesem Blog vorstellen und deren Herstellung ich dokumentiere werde:

Armschutz für eine Bogenschützin mit Punzierungen. Gefärbt mit Öl-Farbe und Antik-Finish

Armschutz für eine Bogenschützin mit Punzierungen. Gefärbt mit Öl-Farbe und Antik-Finish

Die ersten Filme mit Anleitungen sind in der Bearbeitung und werden bald zu sehen sein. Mit den Filmen werde ich an konkreten Projekten die unterschiedlichen Techniken der Lederbearbeitung zeigen.

Die geplanten Themen sind:

  • Punzieren I – Werkzeuge und Arbeitsplatz
  • Punzieren II – Korbgeflecht mit Kurvenmesser und einem Beveler
  • Punzieren III – Nordische Lederscheide mit keltischem Knoten
  • Nähen I – Stoßnaht am Beispiel der nordischen Scheide
  • Flechten I – Rundflechten mit 4 Bändern
  • Nähen II – Applikationsnaht

Für Themenvorschläge bin ich offen und freue mich schon jetzt auf Eure Kommentare.

 

Ein Armschutz entsteht

Eine Anleitung mit Bildern

Werkzeuge

Um einen Armschutz aus Leder mit einer Verzierung zu versehen sind relativ wenige Werkzeuge von Nöten.

Ihr benötigt ein scharfes Messer mit einer breiten Klinge, am besten eignet sich ein Kurvenmesser oder Svifel-Knife. Dann braucht Ihr je nach Muster einen bis zwei Beveler-Punziereisen. Das sind Eisen, die einen schrägen Kopf haben und somit auf einer Seite einen tiefen Abdruck (den Schatten) machen und auf der anderen Seite sanft ins Leder auslaufen.

Diese Beveler gibt es in Blankpolierter Oberfläche oder mit unterschiedlichen Schraffuren. Das ist ein bisschen Geschmacksache.

Zudem braucht Ihr einen Hammer, der am besten einen Kunstoff- oder Rohhautkopf hat. Wenn keiner zur Hand ist, könnt Ihr einen normalen Hammer mit einem Leder überziehen, um die Punziereisen zu schützen und um zu vermeiden, dass Metall absplittert.

Als Unterlage fürs Punzieren solltet Ihr eine schwere Steinplatte haben. Auf Holz oder anderen Materialien nimmt die federnde Wirkung zu viel Kraft aus den Schlägen und die Punzierung wird „verwaschener“. Meine Unterlage ist ein Stück altes Fensterbrett, dass ich für ’nen Beitrag in die Kaffeekasse beim Steinmetz bekommen habe.

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